| Anschauen |
 |
 |
Fotos (3): Universal Music |
 |
 |
 |
|
 |
|
Säbelrasseln gehört zum Geschäft und füllt die Geldbörse. Diese Branchenweisheit ist zwar keine Erfindung des HipHop, aber nirgends sonst gehört die medial inszenierte Kampfansage so zum Standart, wie hier. Jüngstes Beispiel: 50 Cent. Der Megaseller und Multimillionär veröffentlicht dieser Tage sein neues Album und lancierte deshalb einen Streit mit Kanye West, dessen neues Machwerk "Graduation" ebenfalls in den Startlöchern steht. Falls Kanye mehr Platten als er selbst verkaufen würde, so giftete 50 Cent kürzlich, zöge er sich für immer aus dem Geschäft zurück. Zumindest bei den Singleauskopplungen hat der College-Rapper (Kanye) dem Gangsta-Haudegen (50 Cent) schon mal eine Harke vor die Nase gesetzt. Kanye Wests "Stronger" rangiert weit vor 50 Cents "Ayo Technology" in den US-Charts. Bye, bye 50 Cent?
Nun, soweit wird es sicher nicht kommen. Wie üblich löst sich der HipHop-Kindergarten-Krieg irgendwann in Wohlgefallen auf und der Rest der Welt wird nur noch feststellen: Was für ein Album, Mr. West. Mit "Graduation" ist dem Produzenten und Rapper aus Atlanta erneut ein großer Wurf gelungen. Vielleicht ist es sogar sein bisher größter. Mit etwas Euphorie könnte man sogar behaupten: Kanye West ist derzeit der Einzige weit und breit, der im HipHop noch zu wegweisenden Produktionen fähig ist. Während Kollege Timberland sich im Po-Wackel-Pop verloren hat, Kollege Pharrell noch immer den Schlüssel zu seinen genialen Gehirnwindungen sucht und Kollege Jay-Z vor lauter Moneten das gute Songwriting nicht mehr erkennen kann, plustert sich Kanye West in bekannt selbstverliebter Art und Weise auf und wirft der Meute einen überaus dichten, vielseitigen, mitreißenden, perfekt produzierten und gut erzählten Longplayer hin. |