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Ihr neues Album lässt diesbezüglich auch keine Wünsche offen, außer vielleicht den nach einer Hitsingle. Über wie immer großartig von ihrer Band in Szene gesetzten, der jungen Sängerin jedoch genug Raum gebenden Kompositionen breitet sie unaufgeregt ihre meist latent melancholischen Alltagsgeschichten aus. Sie singt von Kontrollverlust nach etwas zuviel Prosecco, von der Suche nach Glück, vom Auseinanderleben, vom Betrogen werden und dem trotzdem immer wieder Neuverlieben. Von Dingen eben, die vielleicht nicht die Welt bedeuten, aber die manchmal trotzdem das Wichtigste auf der Welt sein können.
Im Gegensatz zum experimentierfreudigeren Vorgänger-Tonträger "Unausgesprochen" richtet sich der Blick hier musikalisch wieder mehr in Richtung Pop. Genau genommen sind die von Rocko Schamonis Kumpel Hardy Kayser sowie dem Erfolgsproduzenten-Duo Matthias Haß und Frank Ramond miterdachten Songs locker angeswingter Pop, der das Herz zwar erschweren kann, aber nie Gefahr läuft, allzu nachhaltig an der Gemütsschraube zu drehen. So lässt sich die Platte mit steigender Anteilnahme von Anfang bis Ende perfekt durchhören. Im übrigen kann man dabei schon mal überlegen, wann Annett Louisan denn in naher Zukunft in der Nähe auftreten wird. Schließlich sind ihre Songs verbunden mit der Präsenz der jungen Frau auf der Bühne noch um einiges eindrucksvoller, als auf Tonträger.
Matthias Puppe, leipzig-live.com |