| Kompakt |
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Genre: Pop
Bandmitglieder: Dirk Feckenstedt (Schlagzeug), Henrik Fehse (Gitarre), Tobias Fiedler (Gitarre), Stefan Kopielski (Gesang), Timo Lurgenstein (Keyboards)
Diskographie: Trial (1993), Holocaust in Toyland (EP 1994), Anche Lucifero Era Un Angelo (1996), Anuschka Corazon (EP 1997), Pink Film Edition (1999), Crackerjack EP (2000), Use The Slimelight - The Remixes (2000), Acid Anger Again (EP 2001), Boredom International (2003), Komakino - The Remixes (EP 2003), Komakino (EP 2003), Another Country - Another Name (EP 2004), Introducing The Band (2007)
Nächstes Konzert: 15. September, Moritzbastei |
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Die Anfänge von The Galan Pixs reichen bis in die frühen 90er Jahre zurück, als Kopielski und Keyboarder Timo Lurgenstein ihre Begeisterung für Depeche Mode in ein eigenes Bandkonzept übertrugen. Einige Höhen und Tiefen haben beide seitdem erlebt. Nach ersten Erfolgen als Duo im EBM/Industrial-Sektor fanden sie nicht nur weitere Mitstreiter, sondern auch den Weg zu wahrhaft großer, zügel- und schrankenloser Popmusik. Durch England tourten sie bald, feilten an immer aufwendigeren Produktionen und wurden dafür mit einem Vertrag bei jenem Plattenmulti belohnt, der zuvor auch schon oben erwähnte Think About Mutation zum Karriere-Glück führen wollte.
Heute wird die Erinnerung an die Aufbruchstimmung, die damals Leipzigs Musikszene ob dieser Umstände durchzogen hat, leider durch den Scherbenhaufen getrübt, in den sich jenes Label zu Beginn der Krise der Musikbranche verwandelte. Keine Frage, dass dies auch Spuren bei The Galan Pixs hinterlassen hat. Anstatt sich wie bis dahin zum Beispiel mit Anne Clark, HIM oder Phillip Boa die Häppchen im Backstage teilen zu können, kehrten The Galan Pixs wieder in die Messestadt zurück und vergruben sich erst einmal für einige Zeit im Proberaum.
Im Realismus der Situation fand sich irgendwann zum Glück auch wieder Energie und Hoffnung, den eingeschlagenen Weg auch ohne Goldesel eines Majorlabels weiter zu gehen. Neue Songs wurden geschrieben, wieder ein neues Album geplant. "Wir befanden uns in einer Art Schwebezustand", beschreibt es Stefan Kopielski, "da gibt es so viele Ideen, die sich angesammelt haben, die dann auch umgesetzt werden wollen - man kommt gar nicht auf den Gedanken aufzuhören."
Vor wenigen Wochen veröffentlichten The Galan Pixs auf dem kleinen Label Materie Records nun ihren sechsten Longplayer. "Introducing The Band" heißt dieser Neuanfang folgerichtig und zeigt die Band kompakter, eindringlicher als zuvor. Man ist zweifelsohne noch näher zusammengewachsen. Die Experimentierfreudigkeit vergangener Tage wurde zugunsten eines homogenen Gesamtbildes aufgegeben - ohne dabei in einer Ecke allzu lange auszuharren. The Galan Pixs können in Momenten des Glücks schwelgen, haben wunderbare Melodien, setzen der Monotonie des Minimal-Trends der letzten Jahre weit gefächerte Arrangements entgegen. Es sind auch 2007 nicht die kleinen dunklen Gassen, auf denen das Quintett mit seiner Musik umherstreift. Es sind die großen, hell erleuchteten Boulevards, eben jene Orte an denen ein gut getimter Hüftschwung noch immer die wichtigste Sache der Welt sein darf.
Befände sich die Musikbranche derzeit nicht in der prekären Lage der kollektiven Talfahrt bei gleichzeitiger Ahnungslosigkeit im Umgang mit dem unkontrollierbarem Medium Internet, man könnte zweifelsohne The Galan Pixs wieder einmal den Weg auf große Bühnen voraussagen. Stefan Kopielski lässt sich durch die Branchen-Misere zumindest nicht entmutigen: "Die Musik, die Bands - das wird nie aufhören. Es wird immer Leute mit Talent geben, die das auch ausleben möchten. Vielleicht wird man nicht mehr reich dabei, aber wir werden uns mit Sicherheit auch in Zukunft über großartige Platten freuen können."
Bevor die Zukunft das Hier und Jetzt erreicht, feiern The Galan Pixs am 15. September ihre neue Platte erst einmal ausgiebig in der Moritzbastei. Das Konzert wird gleichzeitig Auftakt zu einer ausgedehnten Tour durchs Land werden und ein paar formidable Special-Guests auf der Bühne vereinen. Wer das genau sein wird, soll noch nicht verraten werden. Nur so viel: Sie alle waren auch Teil des großen Haufens Leipziger Musikgeschichte auf dem kleinen Tisch im Pavillon des Ilses Erika.
Matthias Puppe
Zweite Folge der Bandserie am 1. August: Vain Trash. |