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Das Centraltheater in der Bosestr. 1 (Foto: André Kempner) |
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Leipzig. In der antiken Mythologie ist die Geschichte der Medea eine grausame. Als verstoßene Ehefrau tötet die Zauberin in der gleichnamigen Tragödie von Euripides kaltblütig nicht nur ihre Gegenspielerin, sondern auch ihre Kinder um sich an ihrem Mann Jason zu rächen. Seither hat die Figur viele Schriftsteller inspiriert, wie auch Christa Wolf. In ihrem 1996 erschienen Roman Medea. Stimmen wagte die vielfach ausgetzeichnete Literatin eine Umdeutung des mythologischen Stoffes. Hier ist es die Gesellschaft, die der selbstbewußten Frau Greueltaten anhaftet, die sie jedoch tatsächlich nicht begangenen hat.
Auch in Clemens Schönborns Inszenierung für das Leipziger Centraltheater ist Medea mehr Opfer als Täterin. Wie es in einer Mitteilung des Hauses heißt, sei die von Sophie Rios gespielte Hauptfigur eine gescheiterte Emigrantin in einer ihr feindlich gegenüberstehenden Gesellschaft. Medea ist die Tragödie eines Menschen, der als ganzer Mensch in Ruhm und Ehre leben will, wird die österreichische Theater- und Filmschauspielerin über ihre Rolle zitiert. Dieser Mensch fordere sein Menschenrecht ein und begehe deshalb einen kalt kalkulierten politischen Akt.
Am 16. Januar feiert Medea um 20 Uhr im Centraltheater Premiere. Weitere Aufführungen sind am 24. und 30. Januar sowie am 4., 13. und 17. Februar geplant.
Internet: www.centraltheater-leipzig.de
mpu, leipzig-live.com |