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Mit solchen selbstinszenierten Auftritten kennt sich Brüno alias Baron Cohen bestens aus. Schon während der Dreharbeiten kursierten immer wieder Meldungen und kleine Filmchen über die brachialen Ideen des britischen Komikers. Bei den MTV Movie Awards sorgte er vor kurzem für Schlagzeilen, als er sich in einem weißen Engelsgewand von der Decke abseilte und auf dem Schoß des Rappers Eminem landete - sein spärlich bekleideter Hintern lachte Eminem bei dieser abgesprochenen Einlage direkt ins Gesicht.
Auch im Film scheint Baron Cohen erneut keine Schmerz- und Schamgrenze zu kennen. Während der Komiker in Borat als Naivling aus Kasachstan seinen Gesprächspartnern in den USA so haarsträubende politisch inkorrekte Aussagen entlockte, geht er als klischeeschwuler Mode-Reporter Brüno deutlich offensiver vor und fordert die Menschen zu - verbaler und körperlicher - Gegenwehr heraus. Bei seinen Eskapaden begibt er sich immer wieder in durchaus gefährliche Situationen, beispielsweise indem er fanatisch überzeugten Heterosexuellen sein angebliches Schwulsein unter die Nase reibt.
Nicht alle Szenen sind dabei echt, einige wurden offensichtlich auch gestellt. Dem Film schadet das aber nicht. Im Gegenteil, die Jagd nach immer abstruseren Auftritten des nach Rampenlicht süchtigen Brüno überrascht nicht nur seine meist unfreiwilligen Mitstreiter. Auch die Zuschauer werden von dieser Gagwelle regelrecht überrollt. Dabei wollen einige der oft nach dem selben Muster gewirkten Witze auf Dauer nicht so recht zünden. Brüno fehlt auch die hintergründige und subtile Ironie, die seinen Vorgänger Borat ausmachte. Stattdessen ignoriert Baron Cohen mit Brüno jeden Appell an guten Geschmack und setzt sich hemmungslos über jede Grenze gesellschaftlichen Anstandes hinweg. |