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Intensität statt Spektakel |
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Die Musikszene der Stadt ist lebendig wie lange nicht. Das belegt unsere Serie über Leipziger Bands. In Folge 97 porträtieren wir Raum41, die mit Herzblut, aber ohne Karriere-Träume Indie-Rock machen.
Hier kommen die guten Nachrichten: Raum41 haben sich nicht aufgelöst und zudem jüngst eine neue CD veröffentlicht. Da das Quintett Musik als Hobby betreibt und unregelmäßig auf der Bühne steht, fragen die Leute immer wieder, ob es die Band überhaupt noch gibt. Hobby allerdings klingt anders: Hört man die frisch erschienene Scheibe an, möchte man Laienhaftes ausschließen. Und trotzdem: Raum41 existiert aus reinem Spaß an der Freude.
Es ist ein ambitioniertes Projekt von Autodidakten, die alle verschiedenen Professionen nachgehen: als Bauingenieur, Koch, Webdesigner, Mediengestalterin und Informatiker. Während andere Musiker nebenher jobben, um sich über Wasser halten zu können, haben diese Fünf nicht das Ziel, ihr Auskommen in der Musik zu suchen. Auch wenn sie sich nicht daran stören würden, einmal einen Hit zu landen, wie Gitarrist Thomas grinsend anmerkt. |
| Kompakt |
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Genre: Indie-Rock
Bandmitglieder: Franzie (Gesang), Thomas (Gitarre), Frank (Bass), Dirot (Keyboard), Yeti (Schlagzeug)
Diskografie: Demo-EP Raum41 (2006), Life-CD Schwarzlicht IV (2007), A Gleam Of Aberration (2009)
Konzerte: vorerst keine |
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Die Band, die im weiteren Sinne zum dunkleren Indie-Bereich gehört, entstand aus einem Freundeskreis heraus. Die restlichen Mitglieder kannte man aus der Schwarzen Szene. Ende 2000 trafen sich Thomas, Frank und Knüpfi zum regelmäßigen Jammen. Wir hatten keine Ahnung, aber wir wollten Musik machen, beschreibt Thomas die Gründungssituation.
Ein erster Auftritt bei einem Freund im Treppenhaus folgte. Nach und nach gab es einige Personalwechsel, kommende und gehende Mitmusiker. Richtig in Gang kam das Projekt 2005, und als Sängerin Franzie ein Jahr darauf hinzu stieß, war auch die markante Stimme gefunden. Einen Schicksalsschlag mussten Raum41 hinnehmen, als sich Keyboarder Mario aus dieser Welt verabschiedete eine beklemmende Leere blieb. Heute sind neben Franzie Bassist Frank und Thomas an der Gitarre dabei, Yeti bearbeitet das Schlagzeug, Dirot greift am Keyboard in die Tasten.
Der Bandname geht auf die Nummer des Proberaumes zurück. Raum41 lässt genügend Spiel für Assoziationen, die über einfache Erklärungen hinausgehen. Das trifft auch auf die Musik zu. In der stecken Wurzeln und Hörgewohnheiten, die sich in den Weiten der Indie- und Wave-Kultur bewegen. Klare, deutliche Gitarrenläufe und ein stabiles Drumgerüst geben den Rahmen vor, den das Keyboard mit feinstofflichem Elektro-Umhang auskleidet. Unterfüttert mit zarten Popeinlagen, hebt das Postpunk-New-Wave-Gewebe immer wieder zu Exkursen in ätherische Gefilde ab, um dann rockig geerdet zu werden. Über allem thront sirenenartiger, beschwörender Gesang, mal kräftig röhrend, dann wieder samtweich. |
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Raum41 geht die Melancholie des Alltags an, greift die Wechselläufe des Lebens auf. Die Texte sind kleine Momentbeschreibungen, sich der Eindeutigkeit entziehende Mini-Lyrik. Sie stammen alle aus Franzies Feder, werden zu den bereits fertigen Songs geschrieben. Diese entstehen nach und nach beim gemeinsamen Spiel. Ein Mastermind existiert bei Raum41 nicht, einer experimentiert auf seinem Instrument herum, der Rest steuert dann Parts dazu bei. Irgendwann fügt es sich zu einem Ganzen, mit dem alle zufrieden sind; der Gesang tritt zum Schluss hinzu.
Wir verstehen unsere Songs nicht als Unterhaltungsmusik, beschreibt Franzie. Wir wollen auch live nicht die große Show inszenieren, sind keine Spektakelmusiker. Der Fokus liegt bei den Auftritten auf der Präsentation der Melodien. Ein Mitschnitt auf der Homepage anzuhören bezeugt die intensive Atmosphäre auf ihren Konzerten. Am liebsten ist den Künstlern ein Publikum, das zuhören und die Aussagen nachvollziehen kann. Daher sind die Fünf bisher auf Underground-Veranstaltungen aufgetreten, wie vergangenes Wochenende bei der 40. Ausgabe von Deaf Blind Dumb in Halle.
Nachdem das Album A Gleam Of Aberration, das ältere Stücke versammelt, nun erschienen ist, wollen sich Raum41 verstärkt dem Songbasteln widmen. Der eine oder andere Auftritt dürfte nebenbei auch drin sein. Vor allem aber hoffen sie, dass sich die CD in der Szene herumspricht respektive -hört. Wenn sie schon so viel Mühe und Zeit ins Hobby Musik stecken, dann wäre das eine schöne Anerkennung ihrer Leidenschaft.
Tobias Prüwer
Folge 98 nächste Woche: Live From Las Vegas |
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| letzte Aktualisierung: 22.06.2009 10:50:53 |
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