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Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Birgit Minichmayr und Lars Eidinger wirkt sehr natürlich. Ist das einfach Glück oder haben Sie sich das erarbeitet?
Ade: Das ist eine Mischung. Vieles ist wirklich richtige Detailarbeit, anstrengende Schauspielarbeit, damit das so wirkt. Dann gibt es aber auch wieder andere Szenen, wo ich das mehr habe laufen lassen, so dass die Schauspieler einem eigenen Rhythmus folgen können. Das heißt, es gibt eben Szenen, wo das Natürliche einfach da ist, wo das Zusammenspiel spontan entsteht. Oder aber es dauert und man muss es sich länger erarbeiten. Die Figur der Gitti wirkt sehr selbstbewusst - und doch fühlt sie sich im Vergleich mit alten Rollenklischees sehr unsicher.
Ist das das Problem moderner Frauen?
Ade: Was mich interessiert hat an Gittis Figur, ist, dass, obwohl sie eine selbstbewusste, lebenslustige und auch relativ dominante Frau ist, sie trotzdem so schnell in so große Unsicherheit gerät. Sie fängt an, sich Chris anzupassen - auch, weil die Begegnung mit der anderen Frau, Sana, sie nicht ganz kalt gelassen hat. Gitti verfolgt vielleicht eine Sehnsucht, so zu sein wie Sana, weil sie denkt, dass das gesellschaftlich richtiger ist. Ich will gar nicht sagen, dass das ein genereller Konflikt ist, aber das kann durchaus ein Konflikt sein. Ich kenne ihn auf jeden Fall selbst, aber nicht in dieser Konzentration.
Trotz der dramatischen Elemente ist Humor im Film sehr wichtig, es wird viel gelacht. Wieso haben Sie sich entschieden, ein ernstes Beziehungsthema so humorvoll anzugehen?
Ade: Humor ist für mich privat sehr wichtig, sowohl in der Beziehung als auch beim Arbeiten. Bei meiner Recherche habe ich daher andere Paare gebeten, mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dabei habe ich herausgefunden, dass jedes Paar seine eigenen Rituale, aber auch seinen eigenen Humor hat. Das war ein Bereich, der mich schon lange interessiert hat, jetzt konnte ich es in einem Film verarbeiten.
Wie gehen Sie an das Schreiben eines solchen Drehbuchs heran?
Ade: Ich habe dabei immer zwei Phasen und versuche, sie voneinander zu trennen. Das erste ist die Phase, wo ich freier schreibe. Dann denke ich bei einer Szene auch nicht ständig daran, wo sie am Ende am besten hinpasst. Es gibt aber auch Phasen, wo ich viel analysiere, mich um den Aufbau der Geschichte kümmere und versuche, dem Ganzen Herr zu werden. Das sind die Momente, wo ich zwischen Karteikarten sitze und alles durchdenke. Da quäle ich mich manchmal richtig durch, das ist harte Arbeit.
Interview: Aliki Nassoufis, dpa |