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"Alle Anderen": Schauspielkino der Spitzenklasse
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Der Trailer zum Film
Wann & wo im Kino?
Maren Ades Spielfilm „Alle Anderen“ bietet Schauspielkino der Spitzenklasse. So wurde Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin im vergangenen Februar denn auch mit dem Silbernen Bär als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Die erzählte Geschichte klingt unspektakulär: Gitti (Birgit Minichmayr) und Freund Chris (Lars Eidinger) machen Urlaub auf Sardinien. Die PR-Beraterin und der Architekt sind im Dauerstreit. Er erträgt ihr Klammern nicht, sie stößt sich an seiner Gleichgültigkeit. Anfängliche verbale Attacken werden zu Handgreiflichkeiten. Als die Zwei ein anderes Paar treffen (Hans- Jochen Wagner, Nicole Marischka), gerät ihre Beziehung vollends ins Wanken.


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Die vor allem durch ihre Arbeit am Wiener Burgtheater bekannte Birgit Minichmayr spielt mit Vehemenz und praller Lust. Sich völlig verausgabend, gelingt ihr das vielschichtige Porträt einer Frau, die an ihrer Liebe fast verzweifelt. Gittis Gefühle sind im Flattern der Lippen, in jedem Zucken der Lider und immer in der Stimme zu erspüren. Lars Eidinger, Star an der Schaubühne Berlin, hält kraftvoll mit. Auch seine Darstellung begeistert mit vielen Nuancen.

Nach ihrem schon viel beachteten Drama „Der Wald vor lauter Bäumen“ (2005) gelang der noch jungen Regisseurin Maren Ade die sowohl in leisen als auch in grellen Momenten fesselnde Studie einer emotionalen Krise. Ihr Ziel beschreibt sie so: „Ich wollte einen Film machen über das verworrene, einzigartige Gebilde, das zwei Menschen ergeben, wenn sie eine Liebesbeziehung führen.“


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Der Film im Web
Clou des Films sind ohne Zweifel die beiden Hauptdarsteller. Die Authentizität, mit der sie agieren, lässt die mitunter durchaus konstruiert anmutende Story durchgehend wahrhaftig wirken. Damit gelingt eine im Kino seltene intelligente Auseinandersetzung mit den Unterschieden von Frauen und Männern, ohne dass dabei auch nur einmal fade Klischees bedient werden.

„Alle Anderen“ erzählt von zwei Menschen, die anders sein wollen, als „Alle Anderen“. Dabei müssen sie schmerzlich erkennen, dass sie in vielen Dingen eben genau so sind, wie „Alle Anderen“. Mit welcher Leichtigkeit das hinter diesem Dilemma steckende philosophische Problem beleuchtet wird, hebt den Film weit aus dem Kinoalltag heraus. Die Inszenierung verweigert alle vorschnellen Beurteilungen und läuft auf ein wunderbar verwirrendes Ende zu: Da ist keineswegs klar, wie es nun mit Gitti und Chris weiter gehen wird. Gerade diese Unsicherheit sorgt neben den Darstellern dafür, dass sich „Alle Anderen“ wohl vielen im Publikum stark einprägen dürfte.

Peter Claus, dpa



letzte Aktualisierung: 14.03.2011 12:55:15



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