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Yeah Yeah Yeahs - It's Blitz
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Fotos (3): Universal Music
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Auch manch' hell beleuchteter Boulevard kann eine Sackgasse sein. Die Yeah Yeah Yeahs gehören zu jenen Bands, die in den vergangenen Jahren mit der lebendigen Erinnerung an den Punk und Wave früherer Tage enormes Aufsehen erregten. Inzwischen kann dieses Zitieren und Reaktivieren allerdings auch beim letzten Spätgeborenen nicht mehr für Überraschungen sorgen - das Trio hatte kaum eine Wahl: Abbiegen, bevor der eingeschlagene Weg unverrückbar zu Ende geht. Mit ihrem dritten Album "It's Blitz" versuchen die Yeah Yeah Yeahs deshalb erstmals einen (fast) eigenständigen Pop-Entwurf, der Fans vielleicht anfangs verstören, die Bedeutung der Band allerdings hinweg vom Coverband-Vorwurf auf eine neue Ebene heben wird.

Glamour und Energie waren zwei Schlagworte, mit denen die Musik und Attitüde der New Yorker bisher treffend umschrieben werden konnte. Auf "It's Blitz" sind auf Seiten des Glamour immer noch ein paar glänzende Lederjacken-Nieten und etwas überroter Lippenstift geblieben. Die Energie der Band wurde dagegen vom ungestümen Alles-oder-Nichts-Modus in hoch türmende Songgebilde kanalisiert, die in zunehmenden Maße weniger für dreiminütige Aerobic auf dem Dancefloor als zum Schwelgen in audiophoner Umgebung einladen. Zweifellos grandioser Höhepunkt dieser Entwicklung ist der Song "Hysteric", eine sanfte Mid-Tempo-Orgie, verloren in endlosen Delay- und Hallräumen, die trotzdem direkt und vermeintlich simpel als perfekter Popsong zwischen Kopf und Herz beglückte Verbindungen herstellt. An Position neun der Abspielliste, also praktisch fast an das Ende des Albums gesetzt, gönnen die Yeah Yeah Yeahs ihren Hören bis hier hin eine vielschichtige Hinleitung, quasi den Aufstieg zum Berg.


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Begonnen wird jener mit der ersten Singleauskopplung "Zero", die im Titel zwar eine Stundung der Erwartungen an die Band empfiehlt, jedoch auch als Brücke zwischen bisherigem und aktuellem Schaffen verstanden werden kann. Noch einmal geht es hier wie früher voran, noch einmal gibt es Slogans, noch einmal perlen Schweißtropfen vom Gesicht. Anstatt der Gitarre als treibendes Instrument wird übrigens ein Synthesizer verwendet, der auch als Grundlage für alles Folgende fungiert. Bis zum dritten Song, passend mit "Soft Shock" betitelt, hat sich das einstige Retro-Rock-Monster der Yeah Yeah Yeahs in eine Popband gewandelt. Immer mehr tritt die Stimme von Sängerin Karen Orzolek in den Vordergrund, werden Räume für Melodien, Akkorde, Tempo-Wechsel, Strophen und Refrains geschaffen, die der Band sehr gut zu Gesicht stehen und endlich auch von eigenem Ideenreichtum zeugen.

Nicht immer ist dieses Spiel mit den Elementen guter Popmusik schon in Perfektion gelungen, es zeigt aber das Potential der Band. Und man wünscht sich, die Yeah Yeah Yeahs fänden für diesen Richtungswechsel ausreichend Bestätigung, um ihn künftig noch konsequenter fortführen zu können.

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
yeahyeahyeahs.com
universalmusic.com
Myspace
Tracklist

Zero
Heads Will Roll
Soft Shock
Skeletons
Dull Life
Shame and Fortune
Runaway
Dragon Queen
Hysteric
Little Shadow

Label: Interscope / Universal

Kurzportrait

Bandmitglieder: Karen Orzolek (voc), Nicholas Zinner (git), Brian Chase (dr)

Genre: Pop,Disco,Rock

Diskographie: Fever To Tell (2003), Show Your Bones (2006), It's Blitz (2009)



letzte Aktualisierung: 23.12.2009 14:17:12



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