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Fotos (3): EMI Music |
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Jawohl! Während der Zeitgeist im Strudel der Rezession gefangen scheint, sagen die Pet Shop Boys endlich wieder Ja zur Welt, Ja zur Liebe, Ja zum Pop. Ihr neues Album "Yes" ist nach Jahren mit eher melancholischen und düsteren Veröffentlichungen wieder genau jener vor Funken und Licht sprühende Pop-Entwurf, wie Fans und Musiktheoretiker ihn vom englischen Electropop-Duo erwarten und wie sie ihn etwa seit dem 1993er Longplayer "Very" nicht mehr zu hören bekamen.
Schon Cover und Titel der CD sind in Anspruch und Perfektion kaum zu überbieten. Minimalistisch auf das Nötigste reduziert, steht über einem aus farbenfrohen Quadraten aufgereihten, unzerstörbaren Optimismus versprühenden Häkchen in schlichten Helvetica-Lettern geschrieben: "Yes, Pet Shop Boys". Schon hier zeigt sich, worum es bei den Pet Shop Boys im besten Fall geht: Ästhetik, Ordnung und klare Verständlichkeit - kurzum die Moderne.
Es sind im Prinzip immer die gleichen Mittel, mit denen Chris Lowe und Neil Tennant arbeiten, die in jedem Songs klare Funktionen haben und trotz inzwischen fast 25-jähriger Verwendung auf jedem Album neu und frisch erscheinen. Ein klarer Beat und ein mal eher hüpfender, mal stringenter Bass sorgen für die luftige, leichte Dynamik ihrer Musik. Darüber werden Melodien gespielt, die auf Eingängigkeit getrimmt nur an der Oberfläche simpel erscheinen, im Detail aber die hohe und mitunter anhand schwierigster Akkordwechsel vollzogene Kunst des Songwritings darstellen. Nicht zuletzt, erhebt sich die immerjunge Stimme von Neil Tennant, die fern jeglicher Genderbestimmung auch anspruchsvolle Themen wie einen beschirmten Long Island Icetea erscheinen lässt.
"Yes" beginnt mit der ersten Singleauskopplung "Love etc.", die dank beschwingtem Shuffle-Rhythmus und glasklaren Synthiesounds nicht weniger als ein wahrer Hit ist, der nach 20 Sekunden im Ohr haftet und bis zum Ende des Tages nicht wieder entschwindet. Wie der Titel schon erahnen lässt: In Zeiten der aktuellen Krise preisen die Pet Shops Boys hier die Liebe als Licht am Ende des Tunnels - einem auch auf dem Rest des Album immer wieder verwandten Lösungsansatz. Das mag banal erscheinen, lässt sich aber auch nicht von der Hand weisen. Schon gar nicht in der Popmusik. "All Over The World", "Did You See Me Coming" und "More Than A Dream" schlagen ebenfalls in diese Kerbe, dürften als spätere Singleauskopplungen sicher den Platz im Gehörgang vieler Radiohörer beanspruchen. Dazwischen liegen zarte, zauberhafte Midtempo-Kompositionen ("Vulnerable", Building A Wall"), die vor allem aus der Gegenüberstellung von zuckersüßem Klangbild und besungenen Verlust-Ängsten und Vertrauens-Fragen ihren Reiz ziehen. |