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Tagebuch des "Team Schweinevogel" auf dem Weg nach Banjul

Teil 1: 23. Februar bis 1. März

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Ole und Kayer im Interview
23. Februar 2009

Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir hetzen von Termin zu Termin, versuchen vergebens Frau Ayad in Berlin zu erreichen, weil wir gern wissen wollten, wo unsere Reisepässe denn gerade lagern. Wir nahmen letzte Änderungen an unserem Boliden vor. Das war teilweise geplant, teilweise nicht. Mal sehen, ob die Reisepässe morgen ankommen...

24. Februar 2009

Endlich haben wir jemanden in der Botschaft von Mauretanien erreicht. Aber sonderlich erfreulich war das Gespräch nun auch wieder nicht. Die Dame wartet auf die Liste aus Mauretania, bevor sie irgendwas stempeln kann. Vielleicht schickt sie die Pässe morgen oder übermorgen los. Vielleicht!

Wir haben unterdessen schon die Hälfte unseres Gepäcks in den Wagen verstaut, um mal zu checken, ob er in die Knie geht. Er geht! Sieht aber trotzdem gut aus. Die letzten Aufkleber sind fertig, werden wohl morgen ihren Platz auf der Karosserie einnehmen.

Leider wissen wir jetzt auch, dass uns die Stadt München keine Ausnahmegenehmigung erteilt hat, und wir trotz Einladung zur Charity - Veranstaltung nicht in die Stadt einfahren dürfen. Dabei ist Feinstaub für unseren Boliden ein Fremdwort. Was da hinten raus kommt ist ganz und gar nicht fein!

Wir müssen noch ungarische Salami kaufen. Morgen!

Am Abend waren wir mal wieder bei Radio blau. Diesmal zu Gast in der Sendung Trash und Kult mit Abo und seinen beiden Assistenten Thomex und Ente. War sehr sehr geil. Danke Jungs!


Ole und Kayer mit Mücke aus Tante Emma's Lädchen (oben), beim Start in Dresden (mitte) und beim Tagebuch-Schreiben (unten).
25. Februar 2009

Die letzten Tage waren schon ganz schön stressig. Heute konnte es ja kaum schlimmer werden. Dachten wir uns zumindest.

Dabei fing alles recht gut an. Mücke aus Tante Emma's Lädchen überreichte uns feierlich einen Werkzeugkasten, einen Feuerlöscher und eine Luftpumpe für unseren Wagen. Dafür werden wir, wenn wir wieder zurück sind, öfter mal in die Kochstrasse 35 in 04275 Leipzig kommen und das eine oder andere Nahrungsmittel kaufen. Danke Mücke!

Wir haben nochmal versucht sinnvoll zu packen. Klappt auch schon mehr oder weniger gut. Man entdeckt doch immer wieder mal ein neues Versteck im Wagen. Wir haben noch etwas entdeckt: einen Riss in unserer Unterdruckpumpe. Unser Chefmechaniker will uns so nicht losfahren lassen. Ob wir wollen oder nicht, das Ding wird gewechselt. Zum Glück haben wir ja zwei Volvos.

Unsere Reisepässe sind in Berlin abgeholt worden. Wir gehen davon aus, dass da noch kein Visum für Mauretanien drin ist.

Was pack ich ein? Was nehm ich mit? Was lass ich da? Was schlepp ich wieder heim? Fragen über Fragen. Kann man aber auch noch morgen klären!

26. Februar 2009

Unser Start gestaltete sich sehr vielseitig. Am Morgen mussten solche Dinge wie Tasche packen, tanken fahren und Bankgeschäfte erledigt werden. Wir hatten ja schon 12.00 Uhr einen Termin im Fela. Dorthin haben wir unsere Freunde zum Abschied hinbestellt. Da hörte man solche Sätze wie: "Stell dir vor, die wollten tatsächlich ohne Nähzeug losfahren!" oder "Esst euch noch ein letztes Mal satt!". Dr. Winterstein aus dem Fela bot Pasta für alle.

Wir haben uns echt gefreut, dass so viele ihre Mittagspause mit uns verbracht haben.

13.30 Uhr fuhren wir dann nahezu planmäßig los und kamen viel zu früh in Dresden an. Dabei hatten wir unterwegs schon die erste Reparatur. Der linke Lautsprecher ging nicht. Wir trafen Team 0123 aus Altenburg und fuhren zusammen zum Königsufer. Dort war es arschkalt. Und für manche muss es gar kein Wüstensand sein, die "DESERT- KINGZ" können sich schon auf der Elbwiese festfahren...das gibt sicher 'nen Strich.

Heute werden wir bei Tim vom Capito-Spieleladen übernachten, aber erstmal gehts zu Party (nein zum Meeting) zum Breitengrad e.V.

27. Februar 2009

Es wird Zeit, das schlechte Wetter hinter sich zu lassen. Beim Start heute morgen in Dresden fanden wir einen Zettel am Wagen: Das Auto blockiert den Zugang zum Müllraum! Uuups!

An einer Tanke nen Kaffee geholt und uns in der Dresdener Morgenpost entdeckt, als uns einer ansprach: "Viel Spaß in Banjul. Wart ihr schon mal da? Ich war schon mal in Banjul, als Tourist. Ich kann nur abraten. Banjul gehört zu Gambia und Gambia ist furchtbar!" Wir danken dieser Person aufrichtig für diese Warnung.

Auf der Autobahn Richtung München jede Menge Wetter. Wir fahren sagenhafte 110 km/h Höchstgeschwindigkeit, der Umwelt zuliebe.

Als Beifahrer hat man ja etwas Zeit, und da bietet sich eine spontane Berichterstattung an. Bei all der Technik, kann die Energiezufuhr zum Engpass werden, deshalb haben wir aufgerüstet. Es gibt schon geiles Zeug für die Trucker...

Wir sind tatsächlich bei Tageslicht bei unserem geheimen Kontakt in München angekommen. Nun müssen wir versuchen, die Veranstaltung in der Innenstadt trotz afrikanischer Verhältnisse zu erreichen. Ohne Umweltplakette fällt die Fahrt mit dem Rallyeauto aus. München hat zum Glück ein gutes U-Bahn - und Straßenbahnnetz, leider nicht heute. Heute wird gestreikt! Normalerweise stehen tausende Taxis rum und warten auf Gäste, heute ist es umgekehrt....es wird spannend!

Wir sind mit unserem geheimen Kontakt über abenteuerliche Wege in die Auenstrasse gefahren. Dort sind wir auch ohne Auto aufgefallen (nur positiv natürlich). Als wir dort ankamen hat der Rallyepfarrer zu den Rallyefahrern gesprochen. Es war mächtig kalt in der Kirche. Draußen auch. Da wir nicht in die Umweltzone einfahren durften, entging unserem Boliden die Segnung durch den Geistlichen.

Wir hatten unsere Pässe per Vollmacht in Berlin von der Botschaft Mauretaniens abholen lassen und waren voller Vorfreude und Erwartung. Während sich eine Reggae-Band warmklimperte, überreichte man uns unsere Reisepässe und ...naja, ähm...kein Visum drin. Wow, das wird spannend!

Danach sind wir in die Josef-Bar (oder ähnl., Anmerkung der Red.), weil da die Party abgehen sollte. Und sie ging! Wir waren das erste Team in der Bar und viel viel später auch das letzte. Die Teams konnten sich mal ein wenig kennen lernen. Zu unserer großen Freude trafen wir "Die Bazis".


Endlich: Auf der Straße nach Süden! (oben), erste Rast (mitte) und beim Sightseeing in Frankreich (unten).
28. Februar 2009

Der offizielle Start fand heut einigermaßen pünktlich irgendwo an der Messe in München statt. Trotz der guten Party war das Team Schweinevogel zeitig genug da, um sich einen guten Startplatz zu sichern. Vielleicht waren wir noch etwas müde, aber davon haben wir uns nix anmerken lassen. Wirklich!

Ja und dann ging es los, über die Autobahn. Und wie das auf unseren Autobahnen so ist, ist da manchmal viel los bis Stau. Flexibel wir wir nun mal sind, nutzen wir die Gelegenheit zu einem ersten touristischen Abstecher. Wir zeigten dem Schweinevogel irgendeine Gegend.

Unterwegs mussten wir bei herrlichstem Frühlingswetter mit anderen Kontakten in Kontakt treten.

Nach noch mehr Stau und Fahrerei sind wir irgendwann am Etappenziel in Hohberg angekommen. Vorher trafen wir auf die "Desert Kingz", die vor der falschen Halle wartend, die Hoffnung nicht aufgeben wollten, Etappensieger zu sein.

In der richtigen Location wurde das Team Schweinevogel vom dortigen Bürgermeister persönlich empfangen, zum Sekt genötigt und mit Schnitzel verpflegt.

Wir beschlossen eine Nachtetappe Richtung Bordeaux einzuschieben, weil wir uns so sehr an die Sitze gewöhnt haben.

1. März 2009

Unsere erste freiwillige Nachtetappe endete in Troyes in einem Motel. Unser Navigationstelefon kannte zwar die wichtigsten Strassen in Frankreich, aber Hotels wollte es uns nicht verraten. Also sind wir gefahren bis eins auf uns zu kam.

Heute morgen im Hotel gefrühstückt, den Wagen gecheckt und dann ging er schon weiter, unser Trip.

Gesprächsfetzen aus dem Cockpit: " Du hast da übrigens noch Rotze im Bart.", Antwort nach Blick in den Spiegel: "Na und...?"

Unsere Fahrt führte uns über extrem leere Straßen, durch verschlafene Nester mitten in Frankreich, wo die Einheimischen am Nachmittag Boule spielten. Wir haben die Nebenstrecke ohne Maut gewählt, um mehr von Land und Leuten mitzubekommen. Nachts war das ja total sinnlos, aber am Sonntag war richtig was zu sehen! Irgendwann mußte Ole doch tatsächlich aufpassen, dass die Schafe aus der Gegend nicht ohne zu schauen auf die Straße rennen. Diese dummen Dinger! Und Kerni, jetzt wissen wir auch, warum wir das Seil mitnehmen sollten!

Wir waren ja auf dem Weg zu unserem nächsten Kontakt in Bordeaux. Dort sollte nicht nur ein überaus köstliches Abendessen auf uns warten, sondern wir wurden von Tausenden Menschen empfangen. In der Stadt tobte der Karneval und Frankreich zeigte uns ein neues Gesicht. Stau!

Jetzt gehts ins Bett, unsere morgige Etappe ist 1403 km lang.

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letzte Aktualisierung: 23.12.2009 14:00:42



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