nach Event
Tourkalender
Terminkalender
Kinoprogramm
The Whitest Boy Alive - Rules
Fotos
Foto: Bubbles
Gut Ding will Weile haben. Die Band The Whitest Boy Alive ist bekannt dafür, nichts zu überstürzen. Sanft gleitet ihre Musik dahin, scheinbar ohne festes Ziel und ohne zeitlichen Rahmen. Es gibt kaum etwas Vergleichbares, das soweit von Hektik und Stress entfernt ist, wie die Berliner Formation. Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbum "Dreams" vor drei Jahren avancierten The Whitest Boy Alive dies- und jenseits des Äquators bei Musikfans zu einem der häufigsten Gründe für schwelgerische Seufzer im Namen des sogenannten Indie-Pop.

Zu einem nicht unerheblichen Teil ist diese Euphorie auch mit den stimmlichen Fähigkeiten von Sänger Erlend Øye verbunden, der zuvor schon als Kopf der Kings Of Convienience enormen Anteil an der bis heute anhaltenden Folkpop-Welle hatte. Øyes Organ ist zerbrechlich schön, zart, aber auch fordernd - die perfekte Ergänzung für fragile Popsmusik auf der einen und lichtatmende Dancefloor-Knaller auf der anderen Seite. Mit The Whitest Boy Alive arbeitet Erlend Øye an der Verbindung beider Stile, macht elektronische Tanzmusik für Indiepop-Freunde erfahrbar, lässt Technojünger vergnügt zum Gitarrenklang mitwippen. Das nun erscheinenden zweite Album von The Whitest Boy Alive vollzieht diese angestrebte Symbiose vor allem durch Reduktion auf das Wesentliche.


Mehr Platten
Whitest Boy Alive in Leipzig, 2006 (Foto: André Kempner)
Im Forum diskutieren
Mehr Platten-Tipps
Es sind klar abgesteckte Regeln, die den passend mit "Rules" betitelten Longplayer bestimmen. Die entscheidendste Vorgabe in alles Songs heißt eben: konsequente Entschlackung. Im Gegensatz zum Vorgänger "Dreams", der auch schon nicht gerade üppig mit übermäßigen Klangräumen und Effekten ausgestattet war, klingt "Rules" noch klarer, simpler, stringenter und unaufgeregter, man könnte meinen: Der weiße Junge hat sich bis auf die Knochen entblößt. Wie hauchdünne Fäden werden die Klänge der Instrumente hier zu einem Ganzen mit einander verbunden. Es gibt keine Spielereien, nichts drängt überambitioniert in den Vordergrund. Die elf neuen Songs schweben einfach dahin, es gibt keinen wirklichen Anfang, kein Ende ist in Sicht. Schon nach wenigen Minuten wirkt alles sehr vertraut.

Dank dieses homogenen, nur schwer greifbaren Gesamtbildes "erschleicht" sich die Musik von The Whitets Boy Alive fast unterschwellig Zugang zum Rhythmusgefühl der Hörer. Ohne mit der Nase drauf gestoßen zu werden, ergreift Bass- und Schlagzeugspiel das Tanzherz, summt man die akzentuierten Melodienführungen von Gesang, Gitarre und Keyboard mit. Wer will, kann gelegentlich dabei auch sehr schöne Referenzen hören, sich anhand dezenter Musik-Zitate z.B. an Rockers Hifi ("Courage") oder Daft Punk ("Timebomb") erinnern.

Im Ganzen ist "Rules" so ein wahrlich sehr schönes Album geworden, das ob seiner Unaufgeregtheit allerdings im schnellen Pop-Geschäft irgendwann in Vergessenheit geraten kann, beim späteren Wiederentdecken aber auch aufs Neue Begeisterung auslösen wird. So etwas nennt man wohl zeitlos schön.

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
The Whitest Boy Alve in Leipzig, 2006 (Foto: André Kempner)
whitestboyalive.com
myspace.com
Tracklist

Keep a Secret
Intentions
Courage
Timebomb
Rollercoaster Ride
High on the Heels
1517
Gravity
Promise Less or Do More
Dead End
Island

VÖ: 27. Februar 2009
Label: Bubbles

Kurzportrait

Bandmitglieder: Erlend Øye (voc, git), Daniel Nentwig (keys), Marcin Öz (bs), Sebastian Maschat (dr)

Genre: Pop, Electronica

Diskographie: Dreams (2006), Rules (2009)



letzte Aktualisierung: 14.03.2011 13:04:29



Die schönsten Events in vielen, vielen Bildern finden Sie in unserer Fotogalerie.
Fotos ansehen, Abzüge bestellen und als MMS aufs Handy laden - lest unsere Nutzungsbedingungen.
Finden Sie günstige Unterkünfte bei unseren Hotels in Leipzig

Aktuelle Nachrichten aus Kultur und Bildung.

Sie suchen nach guten Grundstücken und Immobilien.

Ausführliche Autobewertung zu vielen Modellen, wie z.B. VW Passat.

Hotels Stuttgart.

Versicherungsvergleich - übersichtliche Leistungs-Tests und günstige Beiträgen, z.B. Tierversicherungen

Hotels Hamburg