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Lily Allen - It's Not Me, It's You
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Fotos(3): EMI Music
Fotos: Lily in Bildern
Ach ja, da war ja auch noch Musik. Angesichts der zahlreichen Schnappsdrossel- und Streitsuchts-Geschichten um Lily Allen in den vergangenen Monaten, konnte man fast vergessen, womit die junge Frau aus London eigentlich mal ins Rampenlicht getreten war. Als Vorreiterin für den heutigen "Mädchen-Boom" im britischen Pop hatte Lily Allen mit ihrem launig-süßen Debüt "Alright, Still" anno 2006 für rasende Begeisterung in Europa gesorgt. Danach stürzte sich die Boulevard-Presse auf die niemals um einen bierseeligen Mittelfinger-Gruß oder vernichtenden Kommentar verlegende Frau und schuf ein Öffentlichkeitsbild von Lily Allen, dass irgendwo zwischen respektloser Schulabbrecherin und geistesabwesender Drogenexpertin rangierte. Mit ihrem neuen Album "It's Not Me, It's You" schafft Lily nun die fulminante Rückkehr zum Wesentlichen. Vorhang auf für Popstar Lily Allen!

Vielseitigkeit war schon auf ihrem Debüt Lily Allens Trumpf. Im Vergleich zur Konkurrenz - wie etwa Duffy, Amy Winehouse oder Kate Nash - lässt sich die inzwischen 23-Jährige kaum auf einen bestimmten Sound oder ein Genre festlegen. Auf "It's Not Me, It's You" hört man Anflüge von Electro-Pop, Country, New Soul und Breakbeats - zusammengehalten durch allseits beschwingte, fast luftig leichte Kompositionen und Lilys schnodderig-intime Art ihr Leben in kleinen Anekdoten vor großem Publikum auszubreiten. Keiner der zwölf Songs gleicht dabei dem anderen, keine der Ideen wurde mehrfach verarbeitet. Auch wenn nicht jeder Titel das Hitpotential der ersten Singleauskopplung "The Fear" offenbart, lässt sich trotzdem kein Füllmaterial finden, wird man auf "It's Not Me, It's You" von Anfang bis Ende äußert gut unterhalten. Im Vergleich zu ihrem Debüt sind Lilys Songs nun gar noch eine Spur tanzbarer und eingängiger geworden - was ihrer Präsenz auf dem Indie-Disco-Dancefloor äußerst zuträglich sein wird.


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Inhaltlich versucht sich Lily Allen an einem vielleicht nicht immer besonders tiefgreifenden, jedoch allseits ambitionierten Rundumschlag in Richtung der großen und kleinen Probleme ihrer Welt. Die schon erwähnte fabelhafte Singleauskopplung "The Fear" reflektiert ihren Auf- und (Boulevard)-Abstieg in den vergangenen Monaten, ein paar Minuten später schleudert sie allen Rassisten ein deutliches "Fuck You" entgegen, verliert Worte zu ihrem ambivalenten Verhältnis zu bewusstseinserweiternden Stoffen ("Everyone's At It"), gibt dem abgetretenen US-Präsidenten einen erbosten Klaps aufs Altenteil, echauffiert sich über den angeblich dauerhaften Schwachsinn der Männerwelt ("Never Gonna Happen") und allzu voreilige Ejakulationen ("Not fair").

In Kombination mit den leichtfüßigen Melodien ergeben Lilys Texte mehr als nur einen kleinen Hinweis darauf, wozu Popmusik in den besten Momenten fähig sein kein. Oder anders herum gesagt: Die junge Britin ist auf einem sehr guten Weg zu wirklich großem Pop. Bis sie dort angekommen ist, tanzen wir mit ihr durch den anbrechenden Frühling. Mehr davon.

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
lilyallenmusic.com
twitter.com
myspace.com
Tracklist

Everyone's at It
The Fear
Not Fair
22
I Could Say
Back to the Start
Never Gonna Happen
Fuck You
Who'd Have Known
Chinese
Him
He Wasn't There

VÖ: 6. Februar 2009
Label: EMI Music

Kurzportrait

Vollständiger Name: Lily Rose Beatrice Allen

Genre: Pop

Diskographie: Alright, Still (2006), It's Not Me, It's You (2009)



letzte Aktualisierung: 23.12.2009 14:17:36



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