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Inhaltlich versucht sich Lily Allen an einem vielleicht nicht immer besonders tiefgreifenden, jedoch allseits ambitionierten Rundumschlag in Richtung der großen und kleinen Probleme ihrer Welt. Die schon erwähnte fabelhafte Singleauskopplung "The Fear" reflektiert ihren Auf- und (Boulevard)-Abstieg in den vergangenen Monaten, ein paar Minuten später schleudert sie allen Rassisten ein deutliches "Fuck You" entgegen, verliert Worte zu ihrem ambivalenten Verhältnis zu bewusstseinserweiternden Stoffen ("Everyone's At It"), gibt dem abgetretenen US-Präsidenten einen erbosten Klaps aufs Altenteil, echauffiert sich über den angeblich dauerhaften Schwachsinn der Männerwelt ("Never Gonna Happen") und allzu voreilige Ejakulationen ("Not fair").
In Kombination mit den leichtfüßigen Melodien ergeben Lilys Texte mehr als nur einen kleinen Hinweis darauf, wozu Popmusik in den besten Momenten fähig sein kein. Oder anders herum gesagt: Die junge Britin ist auf einem sehr guten Weg zu wirklich großem Pop. Bis sie dort angekommen ist, tanzen wir mit ihr durch den anbrechenden Frühling. Mehr davon.
Matthias Puppe, leipzig-live.com |