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Es geht ja gut los, da neue Musikjahr. Glaubt man den britischen Musikmedien, rollt in diesen Tagen ein wahrer Gigant auf hiesige Plattenläden zu, die Branchenpostille NME spricht sogar von der besten Band des neuen Jahrtausends. Natürlich neigt man im Mutterland des Pop nicht selten zu Übertreibungen, vor allem wenn es um die Ehrenrettung des derzeit ziemlich leblos dahin siechenden Brit-Rocks geht. Angesichts von Glasvegas mag die Euphorie jedoch gerechtfertigt sein. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum kann womöglich die seit längerem klaffende Lücke zwischen Konsens-Begeisterung und Authentizität füllen. Nun endlich erscheint es auch offiziell hierzulande.
Glasvegas kommen, wie der Name schon erahnen lässt, aus dem schottischen Glasgow. Bekannt ist die Metropole hierzulande wohl vor allem durch die oftmals auch blutigen Fehden zwischen den Fans der beiden großen Fußballclubs der Stadt und dem im Vergleich zur schottischen Hauptstadt Edinburg eher proletarischen Milieu. Für beide Themenbereiche bieten Glasvegas bedrohlich-ernüchternden Anschauungsunterricht. Der Opener "Flowers & Football Tops" erzählt beispielsweise vom Schmerz einer Mutter, deren Sohn bei einer Fußball-Schlägerei ums Leben kam. Mit der Singleauskopplung "Geraldine" hat die Band eine Ode an die Sozialarbeit verfasst, bei "Daddy's Gone" fehlt dem Heranwachsenden der väterliche Bezugspunkt. In Interviews betont die Band, wie sehr die Themen doch aus dem wahren Leben ihrer Stadt gegriffen sind und dass man in Fankreisen großen Widerhall findet. Man kann gar nicht anders, als der Band dies zu glauben. Das liegt vor allem auch an der wenig aufgesetzt erscheinenden subkulturellen Verhaftung von Glasvegas. Im Gegensatz zum stylischen, Röhrenjeans-Pseudo-Rebellentum von Pete Doherty und Co., tragen Glasvegas eine Szene-Verhaftung zur Schau, die spätestens wohl seit dem Tod von Joe Strummer (The Clash) nicht mehr oft medial aufbereitet werden: die der Teddy-Boys und Rocker. |