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Wie von den Vorgängeralben gewohnt, formuliert die junge Frau auf "Ring frei" ihre Ängste, Wünsche und ihren Hass mit einzigartig direkter Sprache. Poetisch veranlagte Menschen mögen beim Hören vielleicht die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen, gelegentlich auch einen löschenden Piepton im Innenohr vernehmen. Für alle anderen werden Textzeilen wie "Pisst Du mir ans Bein, dann piss ich zurück, Du kriegst mich nicht klein, pass auf, die Bombe tickt," ("Ring frei") oder "Du bist ein eiskalter Engel, machst Karriere im Bett, Du suchst 'nen stinkreichen Penner, mit 'nem eigenen Jet" ("Eiskalter Engel") ganz sicher für Freudentränen sorgen.
So wie inhaltlich lassen sich auch musikalisch kaum Unterschiede zu den Vorgängerplatten ausmachen. Latent angelehnt an Gothic- und Hard-Rock, fehlt es den LaFee-Songs zwar nicht an guten Produktionsstandards, dafür aber an interessanten Songstrukturen und überraschenden Ideen. Die Gitarrenwände sind dick und gleichmäßig, die Harmonien so exquisit wie vom Grabbeltisch. Mitunter kann beim nicht ganz so intensiven Hören auch der Eindruck entstehen, das Ganze schon einmal oder mehrfach irgendwo gehört zu haben.
Nichtsdestotrotz wird "Ring frei" den Siegeszug in die Charts antreten. Oder wie es LaFee selbst formuliert: "Ich bin jung, na und! Vielleicht weiß ich nicht viel, aber eins ist mal klar: Ich gewinne das Spiel".
Matthias Puppe, leipzig-live.com |