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Ausschlaggebend für diese Entwicklung dürfte auch die neue Produzentenriege sein, die vom derzeit enorm umtriebigen Knöpfchen-Genie Mark Ronson (u. a. Amy Winehouse) angeführt wird. Dem bisher unabdinglich rockenden und sich zuckersüß in Gehörgängen festsetzenden Kaiser-Songkonzept konnte Ronson viele kleine und latent an späte Beatles-Alben erinnernde Details beifügen. Das lässt die Band im Ganzen als gereifte Britrocker erscheinen, deren Wert nicht mehr primär am Potential etwaiger Mitgröl-Hymnen gemessen werden muss.
Sollte sich nach dieser Feststellung nun Angst breit machen, die Herren würden ihre Musik neuerdings als künstlerisch anspruchsvolles Produkt empfinden und statt Büchsenbier lieber Rotwein bevorzugen, so sei hiermit ebenso versichert: It's still only Rock'n'Roll, Babe. Den für den Kick in den Popo haben die Kaiser Chiefs noch immer genug Schmackes im Gitarrenplektrum und Kraft in den Schlagzeuger-Waden.
Ohne jegliches Füllmaterial (und schon allein dafür muss man die Chiefs schätzen) bieten die gut 35 Minuten alles, was das Britrocker-Herz begehrt: kräftige Klangfarben, Bewegungsdrang und Ballsport-Referenzen - und zum Schluss noch ein sanftes Kleinod für die Liebste oder den Liebsten.
Matthias Puppe, leipzig-live.com |