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Bloc Party - Intimacy
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Fotos(3): Belle Music
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Sperrigkeit ist eine inzwischen eher selten anzutreffende Qualität guter Popmusik. Um jene auskosten zu können, bedarf es beim Publikum mehr als nur jenen ersten Eindruck, der in der Masse heute veröffentlichter Musik zum entscheidenden Kaufkriterium geworden ist. Das neue Album der Londoner Gruppe Bloc Party bewegt sich im Ganzen weit entfernt von dem, was man lapidar als "gut verdaulich" oder "geht schnell ins Ohr" umschreiben könnte.

Nach zwei sehr erfolgreichen und zudem hoch gelobten Longplayern stellen Bloc Party somit ihre Fans beim dritten auf eine Art Probe. Und das ist das Beste, was die Indie-Disco-Hipster nur hätten tun können. Denn wer sich auf "Intimacy" einlässt, soviel sei schon vorweg gesagt, wird ein großes, vielseitiges und vor allem auch reifes Popalbum entdecken.


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Mit den beiden ersten, anfänglich nur angestrengt erträglichen Song "Apes" und "Mercury" setzen die Herren nicht nur zu Beginn eine Hürde, die es zu bewältigen gilt. Sie geben hier auch den Tenor der folgenden neun Songs vor, die so düster und rastlos sind, dass man als Hörer von Unbehaglichkeit nur so überwältigt wird. Beim folgenden Song "Halo" - der wohl am ehesten noch an den bisher bekannten, auf jedem Dancefloor der Welt für Jubelstürme sorgenden Bloc-Party-Sound erinnert - gesellt sich zu dieser Unbehaglichkeit noch gehetzte Panik hinzu, die den Puls nach oben treibt.

Ähnliches wird man auch bei "Trojan Horse" und "On Month Off" feststellen und bald dafür danken, dass beide nicht gleich im Anschluss zu unausweichlichem Herzanfall führen. Etwas versetzt umschließen sie den traumhaft-schönen Slow-Motion-Funk auf "Biko" und das mit klanglicher Finesse zu großer Popmusik ausgereizte "Signs".

Auch wenn eigentlich kaum möglich, können Bloc Party dieses erreichte Level zum Ende der Platte sogar noch um einige Nuancen anheben. Das sakral-düstere "Zephyrus" macht dem griechischen Gott des Westwinds mit pathetischem Gigantismus alle Ehre - inklusive Chorgesang - und bereitet zusammen mit dem aggressiven "Talo" die Stimmung für den Höhepunkt des Albums: "Better Than Heaven" und "Ion Square". Hier zeigen Bloc Party endgültig, zu welcher Ausdruckskraft und zu welchem ergreifenden Songwriting sie fähig sind. Sensationell!

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
blocparty.com
blocparty.net
myspace.com
Tracklist

Ares
Mercury
Halo
Biko
Trojan Horse
Signs
One Month Off
Zephyrus
Talons
Better Than Heaven
Ion Sqqaure

VÖ: 24.10.2008
Label: Wichita Recordings / Universal Music

Kurzportrait

Aktuelle Besetzung: Kele Okereke (voc, git), Russell Lissack (git), Gordon Moakes (bs, synth), Matt Tong (dr)

Genre: Pop, Rock

Diskographie: Silent Alarm (2005), A Weekend in the City (2007), Intimacy (2008)



letzte Aktualisierung: 14.03.2011 13:04:05



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