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AC/DC - Black Ice |
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Let There Be Rock: Es braucht nur einen Wimpernschlag und ein paar ergraute Herren stehen plötzlich wieder an der Spitze dessen, was gemeinhin als "Mythos Rock'n'Roll" bekannt ist. Um genau zu sein, sind es die ersten zehn Sekunden des neuen AC/DC-Longplayers, in denen die Australier schon die simple Wahrheit über das Gute im Rock'n'Roll auf den Punkt bringen. Es erklingen drei Gitarrenakkorde - kompakt, trocken und schnörkellos. Dann setzen Bass und Schlagzeug ein - ebenso kompakt, trocken und schnörkellos. Acht Jahre Schaffenspause sind im Handumdrehen vergessen, ebenso fast jegliche Kritik, die in der Zwischenzeit am vermeintlichen Spätwerk der Legende AC/DC geübt worden ist. Wer kann, wird sofort den Lautstärkeregler am Abspielgerät gen Maximum treiben und sich eine große, silberne Gürtelschnalle wünschen, hinter der sich beim lässigen Mitwippen beide Daumen klemmen lassen. Kurzum: Vorhang auf für AC/DC.
"Black Ice" - schon allein der Titel ist als Referenz ins eigene Banduniversum vortrefflich gewählt. 28 Jahre nach ihrem bisher erfolgreichsten Album "Back in Black" präsentieren sich Angus Young und Co. anno 2008 enorm aufgeräumt, mit Herz bei der Sache und genau so, wie es sich Fans nur wünschen können: Unberührt von jeglichen äußeren Einflüssen. Und als hätte es drei Dekaden inklusive Alterungsprozess der Bandmitglieder nicht gegeben, können sie ihrem eigenen, überaus starren und auf pure Energie ausgelegtem Soundkonzept dabei auch noch immer vollends entsprechen. Das trifft übrigens nicht nur auf die - in ihrer Eingängigkeit und Simplizität ihres gleichen suchenden - Gitarrenriffs der beiden Brüder Angus und Malcolm Young zu, sondern auch auf die von vielen Fans oftmals gescholtenen, krächzenden Sangeskünste von Brian Johnson, der seit Anfang der 1980er Jahre den an einer Alkoholvergiftung verstorbenen Bon Scott ersetzt. |
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Obgleich durchweg "nur" im gewohnten Mid-Tempo angesiedelt, kann fast jeder Song so als Anschauungsbeispiel für den himmelstürmenden Nachwuchs gelten, aus welchem Holz ein guter Rocksong gezimmert werden sollte - aus klaren und simplen Strukturen, knackigen Akkorden, treibender Rhythmusarbeit und eingängigen, mit jeder Menge Inbrunst geäußerten Slogans. Zudem können auch alle Befürchtungen, Produzent Brendan O'Brien (u.a. Pearl Jam und Stone Temple Pilots) würde dem Ganzen einen allzu glatten Anstrich verleihen, mehrheitlich zerstreut werden. "Black Ice" wirkt unmittelbar, direkt am Ohr, wie aus einem Guss, ohne allzu große technische Aufbesserungen.
Mit Blick auf die nicht weniger als 15 Songs, verteilt auf etwa eine Stunde Spielzeit, ist die Scheibe im AC/DC-Maßstab zudem sogar ziemlich lang geraten - vielleicht sogar etwas zu lang. Vor allem beim eindeutig zu poppigen, schon fast an Brian Adams erinnernden "Anything Goes" und im letzten Drittel der Platte fällt das Niveau deutlich ab. Für dieses unnötige Füllmaterial entschädigen allerdings große Momente, wie etwa das diabolisch-düstere "War Machine", der Blues-Rocker "Stormy May Day" oder die schweißtreibenden "Big Jack" und "Spoilin' For A Fight".
"Black Ice" ist so in etwa genau jenes Album, das die Gruppe in den vergangenen Jahrzehnten schon mindestens ein Dutzend mal aufgenommen hat. Wer der Meinung ist, mit "T.N.T." (1975) oder "Highway to Hell" (1979) ist alles zum Thema AC/DC gesagt, kann entsprechend die Finger still halten und dem verblichen Bon Scott hinterher trauern. Alle anderen, denen oben beschriebene drei Gitarrenakkorde ganz schlicht und ergreifend die Welt bedeuten, werden auch an diesem AC/DC-Knaller zurecht nicht vorbeikommen.
Matthias Puppe, leipzig-live.com |
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Tracklist
Rock 'N Roll Train
Skies on Fire
Big Jack
Anything Goes
War Machine
Smash N Grab
Spoilin' for a Fight
Wheels
Decibel
Stormy May Day
She Likes Rock 'n Roll
Money Made
Rock N Roll Dream
Rocking All the Way
Black Ice
VÖ: 17.10.2008
Label: Columbia / Sony
Kurzportrait
Aktuelle Besetzung: Brian Johnson (voc), Angus Young (git), Malcolm Young (git), Cliff Williams (bs), Phil Rudd (dr)
Genre: Rock
Diskographie: High Voltage (1975), T.N.T. (1975), Dirty Deeds Done Dirt Cheap (1976), Let There Be Rock (1977), Powerage (1978), If You Want Blood You've Got It (1978), Highway to Hell (1979), Back in Black (1980), For Those About to Rock We Salute You (1981), Flick of the Switch (1983), '74 Jailbreak (1984), Fly on the Wall (1985), Who Made Who (1986), Blow Up Your Video (1988), The Razors Edge (1990), Ballbreaker (1995), Stiff Upper Lip (2000), Black Ice (2008) |
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| letzte Aktualisierung: 14.03.2011 13:03:19 |
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