nach Event
Mit Melodien in den Hintern treten
Links
Foto: Band
lounge-act.de
Myspace
Die Musikszene der Stadt ist lebendig wie lange nicht. Das belegt unsere Serie über Leipziger Bands. In Folge 62 porträtieren wir Lounge Act, eine Gruppe, deren Konzerte regelrechte Shows darstellen.

„We want you for a Rockin’ Overdose!“ Diese Zeile aus einem ihrer Songs sehen die vier Musiker der Band Lounge Act als ihre Philosophie. Ihnen ist wichtig, dass bei den Konzerten die Party steigt, die Fans mitgehen und getanzt wird bis zum Umfallen. Während ihres einjährigen Bestehens machten die jungen Leipziger die Erfahrung, dass ihr Konzept aufgeht. Das Publikum fühlt sich unterhalten, ob in den Clubs und Kulturzentren der Stadt, anderswo in Mitteldeutschland oder im Westen der Republik.

Das Quartett kommt viel herum und zählt mit durchschnittlich vier Gigs im Monat und beinahe 100 Auftritten seit Bestehen zu den aktivsten Leipziger Formationen. „Wir leben für die Musik“, drückt Frontmann und Sänger Tobias Schulz es leidenschaftlich wie knapp aus. Für die Studenten und Auszubildenden, alle Anfang 20, bleibt nicht mehr viel Zeit für die Pflege anderer Passionen, doch das stört sie nicht.


Kompakt
Genre: Melodic Kick Ass Rock

Bandmitglieder: Tobias Schulz (Gesang, Rhythmus-Gitarre), Christian Friedemann (Schlagzeug), Dorothée Müller (Bass), Falk Fabian (Lead-Gitarre, Backing Vocals)

Diskografie: EP mit fünf Titeln für 2008, Album für 2009 geplant

Nächstes Konzert: 22. Oktober, Villa (Lessingstraße 7)

Für die Musik geben sie alles. So ist es nicht verwunderlich, dass Lounge Act dieses Jahr beim sachsenweiten Wettbewerb Bandclash im Vorausscheid der Jury-Runde standen und Publikumsieger wurden. Ihr Preis bestand in einem Equipment-Gutschein, doch entscheidender war, dass die Kulturlounge auf die enthusiastischen Rocker aufmerksam wurde. Für Lounge Act war allein die Teilnahme am Contest und der damit verbundene finale Auftritt vor 1000 Leuten ihr bisher großartigstes Konzerterlebnis.

Nun erhalten sie zudem noch die professionelle und finanzielle Unterstützung der Kulturlounge bei der Produktion ihrer ersten EP, die voraussichtlich Ende des Jahres erscheint. Die Platte soll fünf Titel enthalten, die die Einleitung zu einem größeren Projekt bilden. Ende 2009 ist die Veröffentlichung des ersten Albums mit hoher Studioqualität vorgesehen. Im Vorfeld plant die Combo eine ausgedehnte Tour durch Mitteldeutschland, die sich anschließend über Westdeutschland bis in die Schweiz und nach Spanien ausdehnen soll.

Die Eindrücke, die sie auf der Reise sammeln, so hoffen die Musiker, inspirieren sie zu neuem Stoff für die Platte. Inhaltlich haben sich die kreativen Köpfe etwas Besonderes ausgedacht. Sie entwerfen ein Konzeptalbum, alle Lieder sollen zusammen eine große Geschichte erzählen. In ihr tauchen die Bandmitglieder als fiktive Fantasy-Charaktere auf.

Das theatrale Element pflegen Lounge Act auch bei ihren Auftritten. Bei größeren Konzerten liefern sie eine regelrechte Show, in der Pyrotechnik, Konfetti-Kanonen oder mit Überraschungen gefüllte Riesen-Luftballons zum Einsatz kommen. Tuchfühlung mit den Zuschauern ist ihnen wichtig, und so begeben sie sich schon mal mitten in einem Song ins Publikum und tanzen dort. Gäste aus der Menge zu sich auf die Bühne zu holen, haben sie sich jedoch abgewöhnt, um das technische Equipment zu schonen. Manchmal finden die Konzertbesucher aber auch selbst zu ihnen. Während eines Auftritts bei einer Touristik-Veranstaltung in der Moritzbastei stürmte eine international besetzte Gruppe Begeisterter spontan die Bühne und nutzte sie zu ausgelassenem Tanz und exzessivem Luftgitarre-Spielen. Für Lounge Act ein unvergessliches Erlebnis.

Die Freunde präsentieren sich gern in außergewöhnlichen Kostümen oder auch nur mit Body-Painting versehen. Oft stecken sie sich in fantasievolle Garde-Uniformen à la Sergeant Pepper. Die Beatles standen allerdings nicht Pate bei dieser Idee. Auch musikalisch liegen die Vorbilder woanders. So unterschiedliche Rockgruppen wie Led Zeppelin, Velvet Revolver, Coheed and Cambria und Alexisonfire inspirierten die vier zu einem eigenen Stil, den der Schlagzeuger und Band-Philosoph Christian Friedemann als „Schmelztiegel aus verschiedenen Stilistiken des Rock“ bezeichnet. Das Konzentrat nennen sie, etwas profaner, „Melodic Kick Ass Rock“.


Bandserie
Weitere Bands im Portrait
Die Melodien wie auch die Songtexte entwickeln alle gemeinsam. Sie halten sich an die englische Sprache. „Der Sprachklang ist universeller, und außerdem ist es eine Stilfrage, wo doch der Rock aus Amerika und England kommt“, erklärt Bassistin Dorothée Müller. Die Anglistik-Studentin achtet darauf, dass sich keine unauthentischen Wendungen und grammatikalischen Fehler in die Lyrics einschleichen. „Die Texte erzählen kleine Geschichten und Szenen, in denen sich jeder finden oder etwas für sich herausnehmen kann“, formuliert Gitarrist und PR-Experte Falk Fabian die inhaltliche Konzeption. Er betreut die Homepage der Band und legt viel wert auf den Austausch mit den Liebhabern ihrer Musik. Fan-Betreuung und ein umfassendes Merchandising gehörten von Anfang an dazu.

Der Name Lounge Act steht für gute Laune, Unterhaltung, Lebensgefühl. Und für stetige Weiterentwicklung. Die vier jungen Leipziger haben gerade erst angefangen. Und für die Zukunft noch eine große rockende Überdosis Pläne und Ideen im Gepäck.

Von Janna Kagerer

Folge 63 der Bandserie: Mister Sushi.



letzte Aktualisierung: 08.10.2008 11:31:35



Die schönsten Events in vielen, vielen Bildern finden Sie in unserer Fotogalerie.
Blitzlichtgewitter
Ihr habt tolle Bilder von Konzerten auf Leipziger Bühnen oder den DJ-Sets in den Clubs der Stadt? Ab damit in unser Fotoforum!
Fotos ansehen, Abzüge bestellen und als MMS aufs Handy laden - lest unsere Nutzungsbedingungen.
Aktuelle Nachrichten aus Kultur und Bildung.

Sie suchen nach guten Grundstücken und Immobilien.

Schülerkalender für das nächste Jahr online kaufen.

Musikexperten geben Rat zu Musik und Entertainment.

Ausführliche Autobewertung zu vielen Modellen, wie z.B. VW Passat.

Wo kann ich im Großraum Leipzig Segelboote mieten?