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Jan Delay - Pop Portrait
Foto: PIAS
Laut Nick Hornby kann man ja Menschen gelegentlich auch anhand ihrer Plattensammlung beurteilen. Ein Fan von Barry Manilow oder Art Garfunkel mag sich im täglichen Leben anders verhalten, als Anhänger von Sepultura oder Madball. Eine Reihe von CDs (für die Jüngeren: das sind Tonträger zum Anfassen) will nun die musikalischen Vorlieben diverser bekannter Künstlerinnen und Künstler offenbaren und so vielleicht auch ihr Wesen nachzeichnen. Den Anfang macht hier der derzeitige Soulband-Impresario Jan Delay.

Nicht weniger als 18 Songs beinhaltet sein "Pop Portrait" - oder wie es der Promo-Waschzettel nennt: "Mehr Sex als auf dieser Kompilation lässt sich aus über 30 Jahren deutscher Popmusik kaum rausholen." Die Musik-Erotik wird von zwei großen Stücken des derzeit wiederbelebten Udo Lindenberg umrahmt - ein wohl eindeutiges Zeichen auf Jans Verbundenheit zum Panikrocker. Dazwischen sind mehr oder minder für hiesige Verhältnisse prägende Musikstücke der vergangenen Jahre versammelt, die auch stellvertretend für Jans verschiedenartige eigene Musikproduktionen stehen können. Von HipHop zum Reggae über Punk bis hin zum Pop geht die Reise. Einige echte Sternstunden, wie etwa Tobi & Das Bo im Koze-Remix, Rocko Schamonis "Jugendliebe", das vielleicht beste Tocotronic-Stück "Let There Be Rock", die Reiser-Coverversion "Junimond" der Jungsband Echt und natürlich Die Goldenen Zitronen mit dem bahnbrechenden Politpopper "Das Bißchen Totschlag" halten das Niveau von Anfang bis Ende hoch.


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Foto: André Kempner
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Für viele Fans von Jan Delay mag diese Kompilation allerdings in etwa so überraschend sein, wie die Hitze im Sommer. Denn im Prinzip wurden hier als sein Portrait einfach jede Menge Klassiker reflektierter Unterhaltungs-Musik der vergangenen Jahre versammelt - fast alle waren sie Chart-Hits, viele mögen deshalb hier und da schon längst im Plattenschrank stehen. Viel interessanter wäre ganz sicher eine Zusammenstellung ans Herz gewachsener weniger bekannter Songs seiner persönlichen Musik-Helden gewesen. Ob das vorliegende "Pop Portrait" nun etwas über Jan Delay aussagen kann, darüber soll jeder selbst urteilen.

Die nächste Folge gestalten übrigens Tocotronic ...

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
Foto: André Kempner
jandelay.de
piasrecordings.de
myspace.com
Tracklist

Udo Lindenberg - Commander Superfinger
Torch - Kapitel 1
Mia - Kreisel
Die Sterne - Was Hat Dich Bloß So Ruiniert
Beatsteaks feat. Turbostaat - Frieda Und Die Bomben
Dynamite Deluxe - Deluxe Soundsystem
Seeed feat. Cee-Lo Green - Aufstehn!
Der Tobi & Das Bo - Is Mir Egal (Adolf Noise Meditation)
Echt - Junimond
Die Goldenen Zitronen - Das Bißchen Totschlag
Stieber Twins - Fenster Zum Hof
Falco - The Sound Of Musik
Rocko Schamoni - Jugendliche
Freundeskreis/Cassandra Steen - Telefonterror
Tocotronic - Let There Be Rock
Selig - Ohne Dich (Single Version)
Knarf Rellöm - Internet Kills The Video Star
Udo Lindenberg - Radio Song

VÖ: 4.7.2008
Label: PIAS / Rouch Trade

Kurzportrait

Bürgerlicher Name: Jan Phillip Eißfeldt

Genre: Pop, Soul, HipHop, Electronic

Diskographie: Searching for the Jan Soul Rebels (2001), Mercedes-Dance (2006)



letzte Aktualisierung: 06.11.2008 16:33:51



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