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We Are Scientists - Brain Thrust Mastery
Fotos (3): EMI Music
Die Scientists in Bilder
Fotos vom Konzert in Leipzig
Dass erfolgreiche Bands auch optisch etwas Ikonenhaftes haben sollten, ist schon lang kein Gesetz der Branche mehr. Ganz im Gegenteil. In vielen Genres gehört es heute fast zum guten Ton, Normalsterblichkeit zu suggerieren, bestenfalls gar noch das Musikerdasein hinter großen Kassengestell-Brillen zu verstecken. Erfolgreichste Vertretung dieser Gattung Künstler sind neben Hot Chip die New Yorker We Are Scientists. Träfe man deren Bassist Christopher Cain an der Straßenbahn-Haltestelle um die Ecke, würde man ihm stillschweigend wohl eher die Praktikantenjob in der Tierklinik, als den Ruhm ausverkaufter Welt-Tourneen andichten.

Vor ein paar Wochen ist der zweite Longplayer der Musik-Wissenschaftler vom Big Apple erschienen. Schon im Vorfeld war zu hören, dass die zuvor als New Wave Hipster gefeierten Jungs hier den Richtungswechsel versuchen wollten, ihr Glück diesmal ein paar Meter neben dem Dancefloor in ausgefeilten Popsongs vermuteten. Somit ist "Brain Thrust Mastery" in erster Linie kein Album für jene Fans geworden, die sich vor allem schnelllebige Hits für die durchtanzte Partynacht oder gute Singles für die Radioplaylist wünschen. Nur sehr wenige, eigentlich gar nur zwei Songs stechen aus dem homogenen Gesamtbild heraus und jene verdienen eher das Prädikat "interessante Idee - muss man noch mal hören" als "vom Fleck weg der Ohrwurm-Knaller".


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Der vielleicht nicht inhaltlich zentrale, dafür aber ob seiner Machart erstaunlichste Songs der Platte ist ohne Zweifel "Lethal Enforcer". Im Stil überbordenden, emotional fordernden Bombastpops der 1980er Jahre spielen sich die inzwischen zum Duo geschrumpften Herren hier in einen Rausch. Mit Prefab Sprout und Duran Duran im Hinterkopf kann man das eigentlich nur toll, wenn nicht gar großartig finden. Dass die Fans der We Are Scientists diesen Moment gebührend zu feiern wissen werden, dürfte dabei nicht zwingend mit dem immer weiter rollenden 80er-Revival und allerorten überfüllten Ü-30-Partys zusammen hängen. Der andere prägnante Moment auf "Brain Thrust Mastery" ist zugleich das Ende: "That's What Counts". Hier merkt man den großen Enthusiasmus der beiden bei elegischen Übertreibungen, bei scheinbar ironischen Brechungen, die sich am Ende doch als wahrhaftig herausstellen mögen: "Oh, let's not argue about what's right, let's just agree that it was fun, fun, fun!"

Der Rest - und das mag jetzt nur eine persönlich Empfindung sein - rauscht am Ohr vorbei ohne viel Aufsehen zu erregen. Und das kann man jetzt in gutem, wie in schlechtem Sinne interpretieren!

Matthias Puppe, leipzig-live.com


Weitere Informationen
notwist.com
cityslang.com
myspace.com
Tracklist

Ghouls
Let's See It
After Hours
Lethal Enforcer
Impatience
Tonight
Spoken For
Altered Beast
Chick Lit
Dinosaurs
That's What Counts

VÖ: 14.03.2008
Label: EMI Music

Kurzportrait

Bandmitglieder: Keith Murray (voc, git), Chris Cain (bs)

Genre: Pop, Wave

Diskographie: With Love And Squalor (2005), Brain Thrust Mastery (2008)



letzte Aktualisierung: 06.11.2008 16:32:54



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