| Kompakt |
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Genre: deutschsprachiger Singer/ Songwriter-Pop
Bandmitglieder: Heiko Dietze (Bass, Gesang), Daniel Heinze (Gitarre, Gesang), live verstärkt durch Matthias Frommann (Cajon)
Diskografie: Clockwork Utan (2007)
Nächste Konzerte: 9. Januar Gera (Café Pegasus), 26. Januar Erfurt (Moser), 14. November Leipzig, Café Moritz (Große Leipziger Kriminacht) |
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Das Duo singt von unerfüllter Liebe, peinlichen Flirts, der Angst vor Hunden, dem Kater am Morgen danach oder den Klischees im Rockbusiness. Obwohl es im Song Irrelevant heißt: Ich hab doch nur mein Herz und meine Bauernschläue, ist das mehr als bauernschlau, was da inhaltlich passiert. 2zueins! machen intelligente, durchdachte Texte, clever gereimt, verdichtet und mit viel Herz. Wie in Walther und Werner, einem Song über den vergessenen Bruder von Walther von der Vogelweide, der leiser sang, bescheidener war und nicht so gut aussah wie sein berühmter Bruder und darum ignoriert wurde eine Comedy-Nachhilfestunde in kritischer Literaturgeschichte.
Für manche Feingeister mag das zu gerade heraus und unernst sein, doch Daniel Heinze kommt etwaiger Kritik zuvor: Wir haben manchmal den Eindruck, je depressiver, je weltverneinender deine Songs sind, desto besser kommen sie an. So wollten wir das aber nicht. Wir wollten eine lebensbejahende Platte. Allerdings befinden sich durchaus melancholische Stücke auf Clockwork Utan: wie das intensive Zweifelhaft (Machen wir uns nix vor).
Seit 2005 machen die zwei Freunde gemeinsam Musik. Beide spielten vorher in verschiedensten Bands und Projekten. Daniel Heinze sang von 1993 bis 2000 in der westsächsischen Rockband s.m.h. Ab 2002 arbeitete er mit Matthias Frommann in dem Projekt dunkelblau zusammen. 2005 erschien Daniels erstes Soloalbum, die Live-CD Gewinner Launische Lieder live. Heiko Dietze war in den 90ern Mastermind der Rudolstädter Rockband Die Schurken. Seit 2002 veröffentlichte er seine Musik im Internet unter Pseudonymen wie No Kid Of Traurigkeit, Los Schurkos oder Spanish Dance Explosion.
Aufgenommen und produziert wurde Clockwork Utan in Eigenregie im Homestudio von Heiko Dietze, unterstützt durch den befreundeten Produzenten Matthias Frommann, der in seinem Studio Dunkelblau den Tracks den letzten Schliff verlieh. Letzterer begleitet das Duo inzwischen auch live, auf der Cajon, was den Sound näher an den Drive der Platte heranbringt. Als Trio spielte die Band bereits diverse Konzerte, unter anderem als Support für die wiedervereinigten Die Art.
Obwohl 2zueins! in Leipzig ihre Home- und Fanbasis haben, sehen sie die Szene der Stadt kritisch. Wir nehmen eigentlich keine Leipziger Szene wahr, sagt Daniel Heinze. Höchstens Subszenen: Heavy Metal, Indie, Electro Pop
Es gibt hier tausende Musiker. Die Hälfte von ihnen ist nett, die andere Hälfte gönnt einem nicht die Butter auf dem Brot. Und Heiko ergänzt: Wir teilen uns den Proberaum mit einigen Bands, da interessiert sich niemand für den anderen oder klopft mal an. Als ich als junger Gitarrist aus Rudolstadt nach Leipzig kam und Anschluss an eine Band suchte, habe ich einen Aushang gemacht, aber keiner hat sich gemeldet. Ich dachte, hier geht was
aber das hat mich enttäuscht.
Heute haben 2zueins! mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Als frisch gegründete Gruppe hat man es schwer gegen all die etablierten Bands, erklärt Daniel Heinze. Viele Veranstalter und Kneipen nehmen sowieso lieber Cover-Bands, als Gruppen, die eigene Sachen machen. Heiko Dietze fügt hinzu: Das soll jetzt nicht alles total pessimistisch klingen, es gibt die Bandcommunity und die IG Pop. Aber Leipzig hat mehr Potenzial. Der Szene fehle es an gegenseitiger Inspiration, Unterstützung und Austausch, glaubt er an Netzwerken, wie sie wohl in Hamburg existieren. Das kann man aber nicht verordnen. Es muss von den Musikern selbst kommen. Im Moment kochen hier alle ihr eigenes Süppchen. Allerdings weisen Initiativen wie Who put the L in Leipzig? den richtigen Weg. Und dass der mitunter schon das Ziel sein kann, weiß auch Daniel Heinze. Im Opener der Platte singt er: Keine Ahnung, wo das hinführt! Ich bin halt unterwegs.
Marcus Psurek
24. Folge der Bandserie: Farmers Boulevard. |